Psychodrama 05/27/2008
 

"Im Rahmen einer Seminararbeit habe ich von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, über einen Teilbereich bzw. eine im Seminar vorgestellte Methode aus dem Psychodrama zu reflektieren, welche mich beeindruckt hat.

Es war dies der Rollenwechsel in Form eines Dialoges mit einem leeren Stuhl, auf dem Gott sitzt.

Klingt verrückt?

Als die Anweisung zu dieser Methode im Seminar erfolgte, habe ich mir dasselbe gedacht. Nach der Durchführung bzw. später, in der geordneten Reflektion, hat dieser „Wahnsinn“ Methode und was noch wichtiger ist: für mich ein nachhaltiges therapeutisches Moment.

Wie dieses aussieht, fragen Sie?

Schön, dass Sie fragen – auf den folgenden Seiten erzähle ich Ihnen gerne mehr zur Vorgeschichte und zur Handlung selbst.

... "

Auf diese Weise habe ich die Seminararbeit eingeleitet und auch den Hauptteil und die Konklusion gestaltet: als Dialog (bzw. Rollenwechsel) mit Jakob Levy Moreno selbst ;-)

Auszug aus dem Mittelteil:

" ...
Wie war das, was haben Sie gesagt? „Ich beginne, wo Sie aufhören, Dr. Freud!“? Das haben Sie tatsächlich im Jahr 1912 als Medizinstudent zum großen Dr. Freud gesagt ?Was sagen Sie? Ihr Einwurf damals hatte noch einen zweiten Teil? „Sie kommen mit den Leuten in einer künstlichen Situation zusammen, in Ihrem Büro nämlich. Ich treffe sie auf der Straße, in ihren Wohnungen, in ihrer normalen Umgebung .“?!

Ich hätte mich zwar nie getraut, Freud das so direkt zu sagen, kann Sie aber gut verstehen. Obwohl Freuds Traumtheorie für mich eine großartige Denkleistung darstellt und die Kohärenz des Theoriegebäudes fasziniert, stellt für mich der Jung´sche Ansatz eine weitaus größere Hilfestellung für das Verständnis meiner Trauminhalte dar. Freuds Arbeit bleibt für mich zu theoretisch, zu intellektuell.

Es ist wirklich schade, dass Sie sich nie zu den Arbeiten von C.G. Jung geäußert haben. Es ist für mich nur schwer vorstellbar, dass Sie ihn nicht gekannt haben, zumal Sie ja auch mit einem anderen Freud-Schüler, Alfred Adler, von 1918 bis 21 expressionistische Zeitschriften herausgaben, bei denen auch Martin Buber und Ernst Bloch mitarbeiteten.
... "

usw.

Das Verfassen der Arbeit hat mir in dieser Form großen Spaß gemacht und ist auch bei der Betreuerin auf Resonanz gestoßen, die ich auszugsweise im Kommentarfeld wiedergebe (Die Rückmeldung erfolgte via E-Mail. Hätte ich vor einigen Wochen schon dieses E-Portfolio geführt, hätte ich um die Rückmeldung via Lernjournal gebeten).