Innerhalb der letzten 14 Tage habe ich unsere Firmen-Website www.qualifizierung.com auf die aktuelle Joomla-Version 1.5.9 migriert und den Look etwas modernisiert. So kommen nun komfortable Drop-Down-Menüs für die Site-Navigation zum Einsatz sowie ein besserer WYSIWYG-Editor nebst neuem File-Management-System.
Im Auftrag meines Kollegen Frank Orthey aus dem SoVal-Netzwerk, habe ich die in die Jahre gekommene Website der "Historischen Formel Vau Europa e.V." neu implementiert. Vorgaben waren ein klareres, übersichtlicheres Design, Zweisprachigkeit (Englisch und Deutsch) sowie die Möglichkeit für die Vereins-Mitglieder, relevante Bereiche der Website zukünftig selbst pflegen zu können.
Zum Einsatz kommen das Open Source CMS Joomla (in der Version 1.5.8) und diverse Erweiterungen (Forum-Software, Gästebuch, Fotogalerie etc.). Die neue Website hat die URL http://cms.formel-vau.eu.
Screenshots (Vergrößerte Darstellung durch Anklicken der Thumbnails): Website alt: Website neu:
Im Auftrag des Virtuellen Campus Rheinland Pfalz (VCRP) habe ich in den letzten Wochen einen Lehrtext zum Thema "Web 2.0 in der Hochschullehre" erstellt.
Dabei war es mir wichtig, in einem Textabschnitt die künstliche (aber medienwirksame) Trennung in Web 1.0 und 2.0 zu thematisieren: Seit dem Popularitätsschub des durch Tim O'Reilly - dem Besitzer des gleichnamigen Verlags - mit dem Artikel „What is Web 2.0 “ (vom 30. September 2005) geprägten Begriffs „Web 2.0“, werden Websites und –Applikationen, die nicht über die typischen Web 2.0-Merkmale (wie bspw. Ajax, Tagging etc.) verfügen (bzw. in der Zeit vor dem 30.9.2005 gelauncht wurden), gerne unter dem Begriff „Web 1.0“ subsummiert. Laut O'Reilly sei es im Web 1.0 zwar sehr leicht gewesen, Informationen abzurufen, aber aufwendiger, selbst Internet-Inhalte zu erstellen (aufgrund der notwendigen HTML-Kenntnisse, Bedienung von FTP-Clients etc.).
 Das Web 2.0 ermögliche es AnwenderInnen hingegen, auf sehr unkomplizierte Weise, selbst Beiträge zum Internet zu verfassen (vgl. O'Reilly, 2005). Diese künstliche Trennung in Web 1.0 und 2.0 widerspricht allerdings der Grundidee und den Konzepten von Tim Berners-Lee (dem Erfinder von HTML und Begründer des World Wide Web, siehe die Abbildung links), die darin bestand, dass jeder im Internet schreiben wie auch lesen kann. Auch ein zweites Unterscheidungsmerkmal ist nicht konsistent: Es wird oft argumentiert, dass das Web 2.0 im Gegensatz zum Web 1.0 – das ja vornehmlich durch Hyperlinks Webseiten miteinander verknüpfe - die Möglichkeit biete, dass sich Personen mit gleichartigen Interessen kennenlernen und sich zu einem Kooperationsnetzwerk verknüpfen können. Auch diese Option ist seit Anbeginn eine Prämisse des „Web 1.0“, wie auch Tim Berners-Lee schon im Jahr 1999 (!) in seinem Buch "Weaving the Web", betonte:
„The web is more a social creation than a technical one. I designed it for a social effect — to help people work together — and not as a technical toy. The ultimate goal of the Web is to support and improve our weblike existence in the world. We clump into families, associations, and companies. We develop trust across the miles and distrust around the corner .“
Es darf auch nicht vergessen werden, dass Internet-Dienste wie bspw. Newsgroups, Public FTP, IRC, aber auch kollaborative Web-Applikationen seit Jahrzehnten existieren und extensiv von den AnwenderInnen genutzt wurden.
So verwundert es auch nicht, wenn Tim Berners-Lee nicht müde wird zu betonen:
„Web 1.0 was all about connecting people. It was an interactive space, and I think Web 2.0 is of course a piece of jargon, nobody even knows what it means. If Web 2.0 for you is blogs and wikis, then that is people to people. But that was what the Web was supposed to be all along .“
So ist das Web 2.0 eigentlich nichts Neues: „Es ist ein Begriff, unter dem die diversen Aspekte der Social Software ebenso subsummiert werden, wie das Zusammenführen von Techniken, die den Desktop im Webbrowser ersetzen sollen. Web 2.0 ist daher eher ein klassisches Buzzword .“
Bereits zum 6. mal habe ich (gemeinsam mit Kornelia, die dieses Jahr im Organisationsteam war) an der alljährlichen SoVal-Netzwerkstatt im August am Bundesinstitut für Erwachsenenbildung in Strobl am Wolfgangsee teilgenommen. Und zum zweiten Male netzwerken parallel dazu auch die Kinder der Netzwerkfamilien in ihrer "Kinderwerkstatt" (hervorragend organisiert und geleitet von Stefan Salzgeber). Diesmal waren auch Elias und Anna (teilweise) mit dabei. TeilnehmerInnen der sommerlichen Netzwerkstatt sind die rund 25 österreichischen, deutschen und schweizer "Knoten" des Netzwerks für Beratung, Lernen und Entwicklung "SoVal": BeraterInnen, TrainerInnen, TherapeutInnen, ErwachsenenbildnerInnen und SchauspielerInnen, PersonalentwicklerInnen, und Lehrende an Universitäten.
Das diesjährige Thema lautete: Unterschiede verbinden... Netzwerken ... zwischen Arbeits- und Lebenswelten ... zwischen Nähe und Distanz ... zwischen Bewahrung und Veränderung
Unterschiede sichtbar zu machen, mit ihnen zu arbeiten, sie zu verbinden oder zu schärfen und in ihrer Produktivität zu entfalten, zeichnet unsere Arbeit als BeraterInnen, TrainerInnen, PersonalentwicklerInnen und Lehrende aus. Unterschiede zu verbinden, ist zudem eine ständige Aufgabe im Netzwerk: personenbezogen, kommunikationsbezogene, kulturelle und auch inhaltliche Unterschiede werden wahrnehmbar, sind anregend und gelegentlich auch herausfordernd und anstrengend. Gleichzeitig haben Unterschiede etwas Verbindendes, weil sie Kommunikation nötig und wertvoll machen. In dieser doppelten Bedeutung ist „Unterschiede verbinden“ etwas netzwerkspezifisches. Davon lebt und profitiert unser Netzwerken.
Traditionell bildet ein großer Open Space die Form, um die unterschiedlichen Facetten des Themas sowohl bezogen auf das gemeinsame Netzwerken als auch bezogen auf die unterschiedlichen Arbeitskontexte zu erkunden, zu entwickeln und zu erweitern.
Auswahl eines geeigneten Web 2.0 Werkzeuges
Im vorigen Posting habe ich mich für die Erstellung und Pflege meines E-Portfolios mittels Web 2.0 Werkzeugen entschieden.
Fünf geeignete Systeme habe ich recherchiert: pages.google.com, Wetpaint.com, Weebly.com, Protopage.com und Blogger.com.
Zur Unterstützung des Auswahlprozesses habe ich mit google-docs eine Tabelle (Spreadsheet) erstellt, in der ich Web 2.0 Tools, die m. E. für die E-Portfolio-Arbeit geeignet sind, bewertet. Ich habe in der Tabelle Kriterien definiert (und über die Tabellen-Kommentarfunktion annotiert), die die entsprechenden Systeme m. E. im Rahmen der E-Portfolio-Arbeit erfüllen müssen.
Die fünf oben genannten Web 2.0-Systeme und zum Vergleich zwei spezialisierte E-Portfolio-Systeme (Elgg.net und Mahara.org) habe ich bepunktet (5 Punkte: Kriterium ist maximal erfüllt) und gegebenenfalls die Bewertung über die Kommentarfunktion begründet. Um die Bewertungen zu visualisieren, habe ich ein interaktives Liniendiagramm (siehe die Abbildung unten) gewählt. Im obigen Miniatur-Chart ist nur schwer zu erkennen, dass es einen eindeutigen Gewinner gibt: Weebly (rote Linie, die zu Beginn von der grünen Linie und gegen Ende von der blauen überlagert wird).
Weebly ist ein sehr einfach zu bedienendes Content Management System, mit dem mittels Drag and Drop optisch ansprechende Webseiten gestaltet werden können (ähnlich funktioniert auch pages.google.com, allerdings nicht ganz so komfortabel). Es können beliebig viele Unterseiten angelegt und auf Wunsch mit Bildern und anderen multicodierten Dateien bestückt werden (auch die Anzeige von Youtube-Videos, das Aggregieren von RSS-Feeds etc. ist möglich). Zusätzlich können beliebig viele Weblogs angelegt und auf Wunsch im Menüsystem verlinkt werden. Das für mich wichtigste Feature ist aber die Möglichkeit, die komplette Website (im HTML-Format) als Zip-Datei (inklusive sämtlicher hochgeladener Dateien) zu exportieren. Somit wäre es leicht möglich, die im Rahmen der E-Portfolio-Arbeit erzeugten Inhalte in ein anderes System zu transferieren. Eine vergleichbare Export-Funktionalität bietet sonst nur noch das Wiki-System Wetpaint.com.
Fazit: Weebly.com ist für mich das ideale System, um zukünftig mein E-Portfolio zu führen - ich werde beginnen, bisher erzeugte Inhalte nach Weebly zu transferieren.
 "Im Rahmen einer Seminararbeit habe ich von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, über einen Teilbereich bzw. eine im Seminar vorgestellte Methode aus dem Psychodrama zu reflektieren, welche mich beeindruckt hat.
Es war dies der Rollenwechsel in Form eines Dialoges mit einem leeren Stuhl, auf dem Gott sitzt.
Klingt verrückt?
Als die Anweisung zu dieser Methode im Seminar erfolgte, habe ich mir dasselbe gedacht. Nach der Durchführung bzw. später, in der geordneten Reflektion, hat dieser „Wahnsinn“ Methode und was noch wichtiger ist: für mich ein nachhaltiges therapeutisches Moment.
Wie dieses aussieht, fragen Sie?
Schön, dass Sie fragen – auf den folgenden Seiten erzähle ich Ihnen gerne mehr zur Vorgeschichte und zur Handlung selbst.
... "
Auf diese Weise habe ich die Seminararbeit eingeleitet und auch den Hauptteil und die Konklusion gestaltet: als Dialog (bzw. Rollenwechsel) mit Jakob Levy Moreno selbst ;-)
Auszug aus dem Mittelteil: " ... Wie war das, was haben Sie gesagt? „Ich beginne, wo Sie aufhören, Dr. Freud!“? Das haben Sie tatsächlich im Jahr 1912 als Medizinstudent zum großen Dr. Freud gesagt ?Was sagen Sie? Ihr Einwurf damals hatte noch einen zweiten Teil? „Sie kommen mit den Leuten in einer künstlichen Situation zusammen, in Ihrem Büro nämlich. Ich treffe sie auf der Straße, in ihren Wohnungen, in ihrer normalen Umgebung .“?!
Ich hätte mich zwar nie getraut, Freud das so direkt zu sagen, kann Sie aber gut verstehen. Obwohl Freuds Traumtheorie für mich eine großartige Denkleistung darstellt und die Kohärenz des Theoriegebäudes fasziniert, stellt für mich der Jung´sche Ansatz eine weitaus größere Hilfestellung für das Verständnis meiner Trauminhalte dar. Freuds Arbeit bleibt für mich zu theoretisch, zu intellektuell.
Es ist wirklich schade, dass Sie sich nie zu den Arbeiten von C.G. Jung geäußert haben. Es ist für mich nur schwer vorstellbar, dass Sie ihn nicht gekannt haben, zumal Sie ja auch mit einem anderen Freud-Schüler, Alfred Adler, von 1918 bis 21 expressionistische Zeitschriften herausgaben, bei denen auch Martin Buber und Ernst Bloch mitarbeiteten. ... " usw. Das Verfassen der Arbeit hat mir in dieser Form großen Spaß gemacht und ist auch bei der Betreuerin auf Resonanz gestoßen, die ich auszugsweise im Kommentarfeld wiedergebe (Die Rückmeldung erfolgte via E-Mail. Hätte ich vor einigen Wochen schon dieses E-Portfolio geführt, hätte ich um die Rückmeldung via Lernjournal gebeten).
Für das Weiterbildungsportal edupaper.de habe ich ein Kurzinterview mit allgemeinen Fragen zum Thema E-Learning gegeben: http://edupaper.de/wordpress/2008/05/15/besser-lernen-durch-e-learning/
Abschrift des Interviews im PDF:
 | e-learning_interview-edupaper-haefele.pdf | | File Size: | 49 kb | | File Type: | pdf | Download File
 Im Rahmen eines Workshops zur Einführung in die Integrative Therapie (IT) haben wir uns in der Lerngruppe mit der Intergrativen Therapie im Allgemeinen und im Besonderen mit Hilarion Petzolds Hauptwerk „Integrative Therapie: Modelle, Theorien und Methoden für eine schulenübergreifende Psychotherapie“ beschäftigt. Ich habe schnell eingesehen, dass man damit mehrere Monate nur lesend zubringen kann und mich deshalb auf die Suche nach leichter verdaulicher Lektüre begeben. Glücklicherweise bin ich nach längere Suche auf in die Thematik einführende Artikel von Leitner, Sieper und Petzold selbst gestoßen (bspw. Integration und Kreation - Modelle und Konzepte der Integrativen Therapie, Agogik und Arbeit mit kreativen Medien 1996.), die mir ein verhältnismäßig tiefes Verständnis ermöglichten. Ich habe nachfolgend versucht, die Hauptaussagen der genannten Werke zu verdichten und meine Überlegungen in Form von Kommentaren eingestreut.
Die IT, welche seit 1993 in einem dreibändigen Werk von Petzold theoretisch komplett vorliegt, ist nach Meinung vieler Fachleute meisterhaft stringent und kohärent gefasst. Fast jede einzelne Intervention kann bis zur Anthropologie, Ethik, Gesellschaftslehre etc. zurückverfolgt und begründet werden. Ich kannte bislang nur das Werk von Sigmund Freud als beeindruckend kohärentes Theoriegebäude mit direkten Implikationen für die schulengerechten therapeutischen Interventionen. Meiner bescheidenen Meinung nach ist Petzolds IT hier noch einen Schritt weiter gegangen.
Ausgangspunkt der Integrativen Therapie war die Vorstellung, dass der „ganze Mensch“ in seiner leiblichen, emotionalen und kognitiven Realität und in seinen sozialen und mikroökologischen Bezügen behandelt werden müsse und nicht nur seine Psyche - es wird deshalb oft auch von einer Integrativen Humantherapie gesprochen.
Hier sehe ich Parallelen zum systemischen Therapieansatz, in dem den KlientInnen viel Kompetenz zugesprochen wird und kein störungsspezifisches Konzept vertreten wird. Die präsentierte Störung gilt als die bestmöglichste Lösung für das familiäre System in einer Konfliktsituation zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme mit professionellen Helfern. So betrachtet ist auch der so genannte „Indexpatient“ (der Symptomträger) nicht der Kranke, sondern das relevante System (meist die Familie), in der sich die Störung entwickeln konnte. Die präsentierte Störung bzw. die sich darum gebildeten Interaktionen sind die derzeit für das relevante System bestmögliche Lösung in einer Konfliktsituation. Wesentlich ist daher eine wertschätzende Haltung für die bisher „gefundenen“ Lösungen.
In einem mehrperspektivischen Zugang werden Gesundheit und Krankheit kontextabhängig, karrierebezogen und multifaktoriell bestimmt gesehen, wobei negative Beziehungserfahrungen in Interaktion mit supportiven Erlebnissen, „stressfull live events“ in Interaktion mit positiven Lebensereignissen zu „zeitextendierten Belastungen“ (mit den sie begleitenden Überforderungsgefühlen und ihren Bewertungen in „subjektiven Theorien“) fahren können, die als krankheitsverursachend für die Persönlichkeit und ihre Strukturen „Selbst, Ich und Identität“ betrachtet werden. Integrative Therapie schließt damit das medizinische Behandlungsmodell ein, überschreitet es aber deutlich, indem sie sich nicht nur mit Pathogenese und „Risikofaktoren“ sondern auch mit Salutogenese und „protektiven Faktoren“ befasst.
Der Integrative Ansatz kann unter drei Perspektiven gesehen werden:
1. als Metamodell, 2. als Verfahren klinischer Therapie und 3. als methodenintegrative Praxeologie.
Der Begriff Salutogenese hat für mich etwas Faszinierendes. Ich kannte bislang nur den Terminus Pathogenese. Bei Recherchen stieß ich auf den Namen Aaron Antonovsky, der den Begriff Salutogenese prägte, der besagt, dass Gesundheit und Krankheit nicht nur von krank machenden Faktoren (Pathogenese), sondern in gleichem Maße durch gesund machende Faktoren bedingt ist. So wird in der Salutogenese nicht der Leidensweg einer Krankheit betont, sondern der Gesundheitaspekt des Symptoms. Kopfschmerz ist in dieser Sicht bspw. ein Warnsignal. Der Körper macht somatisch darauf aufmerksam, dass etwas nicht in Ordnung ist. Die Verspannung ist danach nicht die Ursache, sondern auch nur ein Symptom. Als Auslöser ließe sich zum Beispiel Stress herausfinden. Damit ist aber immer noch nicht die Ursache gefunden. Diese ließe sich beispielsweise in einer psychologisch gesehenen zwanghaften Charakterstruktur finden. In der Sichtweise der Salutogenese wird der Kopfschmerz also als ein Hinweis verstanden, der eine Chance bietet, um zur flexiblen Mitte zurück zu gelangen. Zwanghaftigkeiten können also Teil von zu heilenden psychischen Verhaltensstrukturen sein, an denen Helfer anknüpfen können. Wird der Kopfschmerz jedoch durch ein Medikament aufgehoben, ist kein Hinweis mehr zur Heilung gegeben. Bildlich ausgedrückt wird also anstatt das Feuer zu bekämpfen, der Brandmelder abgeschaltet. In der Salutogenese wird also der Hauptaugenmerk auf den „Gesundungsweg“ gelegt, zu dem Symptome Hinweise geben können. Damit kann sogar eine Stärkung der Ressourcen erreicht werden, mit denen sich der Klient auf dem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum mehr in Richtung Gesundheit bewegen kann. Bei der IT sind die Prozesse der Pathogenese und Salutogenese untrennbar miteinander verwoben. ~ Faszinierend :-)
Im Zusammenhang mit Praxeologie habe ich mir beim Lesen eine für mich wichtige und interessante Aussage notiert, an deren Quelle ich mich aber leider nicht mehr erinnern kann: “Reflektierte Praxis generiert Theorie, Theorie entwickelt Praxis weiter. Dieser fortschreitende dialektische Prozess ist grundlegend für die Entwicklung von IT als angewandte Humanwissenschaft.“
Der obige Satz dient mir als Eselsbrücke und ist für mich auf Anhieb leichter verständlich als die formale Definition: Die Praxeologie ist der 3. Abschnitt im „Tree of Science“, die Wissenschaft von der systematischen Praxis in der angewandten Humanwissenschaft (Theorie der Methoden, Techniken und Medien; spezifisch für Psychotherapie, Soziologie etc.)
Beim Thema Nachsozialisation sehe ich auch viel Parallelen zur systemischen Psychotherapie. Als Eselsbrücke dient mir hier stets der Titel von Ben Furmans Bestseller: „Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben“.
Die Integrative Therapie greift auf interaktionistische und sozialisationstheoretische Konzepte der Persönlichkeitsentwicklung zurück und stützt sich besonders auf die moderne Baby- und Kleinkindforschung , die zahlreiche Grundpositionen der traditionellen Psychoanalyse in Frage stellt und ein neues Paradigma bietet. Mensch wird man durch den Mitmenschen. Person wird man durch Interaktionsprozesse, durch Ko-respondenz.
„Mensch wird man durch den Mitmensch. Person wird man durch Ko-respondenz“.
Beeindruckend!
Diese beiden Sätze sind nach meinem Dafürhalten in ihrer humanistischen, kommunikativ-intersubjektiven Bedeutung dem Menschenbild in der systemischen Therapie sehr verwandt. Dieses Menschenbild ist wohltuend grundverschieden, von dem, welches m. E. bspw. in der Verhaltenstherapie angenommen wird.
Die Integrative Therapie verfügt auf der Grundlage der Breite ihres Ansatzes über ein reichhaltiges Repertoire an Methoden, z.B. Integrative Leib- und Bewegungstherapie, Integrative Kunsttherapie, Integrative Musiktherapie, Behandlungstechniken (z.B. Rollentausch, Identifikations- und Dialogtechnik, Lebenspanorama, Körperbilder) und Medien (z.B. Farben, Puppen, Kollagen, Ton usw.), die indikationsspezifisch und prozessorientiert eingesetzt werden können.
Auch die systemische Therapie zeichnet sich durch eine große Methodenvielfalt aus, die vor allem von erfahrenen TherapeutInnen in teilweise beeindruckender Virtuosität an die Bedürfnisse des jeweiligen Klientensystems angepasst werden kann. Wesentlich ist ein hypothesengenerierendes und hypothesengeleitetes Vorgehen, mit dem Ziel festgefahrene und nicht funktionierende Lösungsmuster zu verflüssigen und das Klien-tensystem in die Lage zu versetzen, andere Muster auszuprobieren und an die Bedürfnisse der Mitglieder anzupassen.
Die Integrative Therapie wird aufgrund ihrer Ausrichtung an der Psychologie der Lebensspanne in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und SeniorInnen eingesetzt. Außerdem kann sie aufgrund ihres komplexen theoretischen Ansatzes und ihres breiten behandlungsmethodischen und -technischen Instrumentariums bei einer Vielzahl von Erkrankungen zur Anwendung kommen. Ihre kreativtherapeutischen und leibtherapeutischen Möglichkeiten machen sie für die Behandlung psychosomatischer Störungen, nicht zuletzt auch bei KlientInnen aus benachteiligten Schichten mit eingeschränkter Verbalisationsfähigkeit, sehr geeignet.
Hier zeigt sich für mich ein wesentlicher Unterschied zur systemischen Therapie, bei der die meisten Interaktionen bzw. Interventionen über die Sprache funktionieren. So setzt bspw. das zirkuläre Fragen bei den KlientInnen ein gutes Sprachverständnis in der Sprache, in der die Therapeutin kommuniziert, voraus. Auch fremdsprachige KlientInnen sind deshalb oft klar im Nachteil.
Abschließend: Das Konzept der Integrativen Therapie hat mich ob seines kohärenten, integrativen Konzeptes inklusive des zugrunde liegenden Menschenbildes mitsamt dem Pathogenese-Salutogenese-Kontinuum stark fasziniert. Manches von dem, was ich im systemischen Therapieansatz vermisst habe, habe ich in der Literatur zur IT als oft zentralen Ansatz gefunden.
 Im Rahmen eines Vertiefungsworkshops konnte ich mich näher mit der Traumtheorie C. G. Jungs auseinandersetzen. Einige der für mich wichtigsten Erkenntnisse will ich an dieser Stelle mosaikartig anführen.
Freuds Werk „Die Traumdeutung“ hat Jung sehr beeindruckte und im Jahr 1907 zur ersten persönlichen Begegnung mit dem um 19 Jahre älteren Sigmund Freud führte. Im Gegensatz zu einem kohärenten Gesamtwerk hat Jung allerdings seine Traumtheorie in mehreren Aufsätzen veröffentlicht, in denen er einige Thesen Freuds aufgreift bzw. anzweifelt und weiterentwickelt.
Der Traum ist für Jung nicht in erster Linie ein Mittel des Unbewussten, um die unterdrückte oder nicht ausgelebte Libido deutlich zu machen, sondern ganz allgemein die nächtliche Aufarbeitung von Alltagsproblemen, die er die „unbedeutenden “ Träume nannte, bis hin zu den „bedeutenden“, welchen sein Hauptinteresse galt.
Zu letzteren gehören auch die Wiederholungsträume, welche durch eine immer wiederkehrende psychische Situation hervorgerufen werden. Der Traum will dem Träumenden die Aufarbeitung dieser speziellen Situation ins Bewusstsein bringen und trägt zudem meistens auch schon Lösungsvorschläge in sich. Bei der Deutung dieser Träume muss tief in die Erinnerung gegriffen werden, denn Auslöser für das spezielle Problem und auch Grund für die speziellen Traumbilder dazu liegen meistens weit zurück.
In jedem Traum können archetypische Seelenbilder auftauchen, die dann zeigen, dass es sich um einen Traum von einiger Wichtigkeit handelt. Wenn das Unbewusste auf Bilder zurückgreift, die im Stammhirn lagern, also in jenem Gehirnabschnitt, in dem wir unsere gesamte phylogenetische Entwicklung verankert haben, so will uns dieser Traum etwas Grundsätzliches, fast Individuum-Übergreifendes mitteilen.
Statt eines Traumzensors und der Verdrängung betonte Jung die Notwendigkeit, zwischen den verschiedenen Teilen im Traum eine Verbindung herzustellen, um psychisches Wachstum zu fördern. Der Traum enthält eine Einschätzung über den Träumer – vor allem auch über Ungelebtes –, die mehr über ihn aussagt, als der Träumer in seinem bewussten Selbstverständnis von sich wahrnehmen kann.
Obwohl Freuds Traumtheorie eine großartige Denkleistung darstellt und die Kohärenz des Theoriegebäudes fasziniert, stellt für mich der Jung´sche Ansatz eine weitaus größere Hilfestellung für das Verständnis eigener Trauminhalte dar. Insbesondere Jungs Empfehlung, „den Kontext des Traumbildes anzureichern“ empfand ich bspw. durch die Einbeziehung von zwei - mich seit meiner Jugendzeit faszinierenden - Filmen (Zardoz, Solaris) als sehr hilfreich.
 Im Rahmen einer LV haben wir uns mit dem faszinierend kohärenten Werk von S. Freud beschäftigt. Darauf aufbauend habe ich mich näher mit der Freud´schen Traumtheorie im Lichte der Neurowissenschaften befasst, woraus eine Seminararbeit entstanden ist, im Rahmen deren Erstellung ich eine ganze Menge Neues erfahren habe: Renommierte Neuropsychologen und Hirnforscher wie beispielsweise Mark Solms und der Exilwiener und Medizinnobelpreisträger Eric Kandel bauen an Brücken über den großen Graben, der die Psychoanalyse viele Jahre von der empirisch orientierten Naturwissenschaft trennte - dies im Rahmen einer neu entwickelten „Neuro-Psychoanalyse“, in der Freuds Modelle eine neue Würdigung erfahren. Am Beispiel von Freuds zentralen Thesen aus seinem Hauptwerk „Die Traumdeutung“, habe ich im Rahmen meiner Seminararbeit einige dieser neuen Erkenntnisse zusammengefasst.
Die Arbeit habe ich über den tollen Web 2.0 - Dienst Scribd veröffentlicht, eine Plattform zum Sammeln, Archivieren, Publizieren und Austauschen von Dokumenten jeder Art. Die publizierten Dokumente werden dabei via iPaper (einen Flash-basierten Dokumente-Viewer) in hervorragender Qualität angezeigt.
http://www.scribd.com/full/2923683?access_key=key-2gvuur2b6c18dxlgy1aw
|